Abgeordneter Grath im Gespräch mit Schulleiter Scherbaum

„Es wäre schade für die Kinder und Jugendlichen, wenn es nicht weiter ginge“

Giengen. In Hinblick auf seinen bevorstehenden Ruhestand nutzte der Schulleiter der Jakob-Herbrandt-Schule, Harald Scherbaum, die Gelegenheit, um mit dem Heidenheimer Landtagsabgeordneten Martin Grath über die Situation seiner Schule mit angeschlossenem Hort ins Gespräch zu kommen. Begleitet wurde Grath von der Heidenheimer Stadträtin Lisa Kömm-Häfner, deren Schwerpunktgebiete Bildung und Soziales sind. „Die Jakob-Herbrandt-Schule ist ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (SBBZ) mit Förderschwerpunkt Lernen, dessen positive Wirkung schwerlich messbar ist und dessen präventive Arbeit oft unerkannt bleibt,“ eröffnet Scherbaum das Gespräch mit Grath. „Im SBBZ werden die Grundlagen erarbeitet, mit denen viele Jugendliche in der Folge einen qualifizierten Schulabschluss erhalten und eine Berufsausbildung absolvieren“, erklärt der Schulleiter nicht ohne Stolz. Jedoch bereite die Zukunft seiner Schulart ihm Sorge. „Nicht nur die Gewinnung von Sonderschulrektoren gestalte sich auf Grund der ständig wachsenden Aufgaben zunehmend schwieriger, sondern auch die oft unzureichende Unterrichtsversorgung mit Sonderschullehrern“, fügt er hinzu.

Auf der einen Seite seien durch inklusive Beschulung mehr Sonderpädagogen notwendig, und dies umso mehr als die landesweite Schülerzahl deutlich höher liege als ursprünglich angenommen, auf der anderen Seite bestehe aber nach wie vor eine relativ hohe Zugangshürde für das Studium der Sonderpädagogik. Auch ein Besoldungsgefälle für Lehrer im Vergleich zu benachbarten Bundesländern führt gerade im Grenzgebiet wie hier mit Bayern zu spürbarem Personalmangel. Zudem beklagt Scherbaum das bei der Aufnahme der Schülerinnen und Schüler in das SBBZ notwendige umfangreiche und langwierige Antragsverfahren, das zusätzlich Ressourcen bindet. Auch im angegliederten Hort der Schule würde man sich über mehr sonderpädagogische Unterstützung freuen, ergänzen die Hortleiterinnen Ursula Mayer und Regine Hollarek. Er wisse um die Position Graths als Mitglied im Bildungsausschuss, merkte der Schulleiter an und wende sich daher mit einem Praxisbericht an ihn. Grath sicherte zu, die aus erster Hand erhaltenen Informationen in seine politische Arbeit einfließen zu lassen. Es wäre schade für die Kinder und Jugendlichen, wenn es nicht weiter ginge, stimmten die Gesprächspartner überein.

Foto (von li): MdL Martin Grath, Stadträtin Lisa Kömm-Häfner, Schulleiter Harald Scherbaum, Hortleiterinnen Regine Hollarek und Ursula Mayer

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