Gesunde Ernährung – Grüne starten Qualitätsoffensive in den Kantinen

Wie ernähre ich mich richtig? Was ist gesund? Wie sieht eine nachhaltige Produktion von Lebensmitteln aus und wie lassen sich Plastikverpackungen vermeiden? Ernährung ist ein vielschichtiges Thema – und viele aktuelle Diskussionen drehen sich um dieses Thema.

Die Grünen im Landtag haben sich 2018 und 2019 „Gesunde Ernährung in der Außer-Haus-Verpflegung“  als Schwerpunktthema vorgenommen. Ob in Betrieb, Verwaltung oder Schule, ob im Krankenhaus oder in einer anderen Betreuungseinrichtung: 140 Mal im Jahr isst jeder Deutsche im Schnitt auswärts, meist in einer Kantine oder Mensa.

Die Gemeinschaftsverpflegung hat nicht nur eine enorme wirtschaftliche Bedeutung, sondern sie ist mit Blick auf die Ernährungsprävention auch eine gesellschaftlich wichtige. Deshalb stellt ein qualitativ hochwertiges Angebot in der Gemeinschaftsverpflegung eine wichtige Maßnahme im Rahmen einer nachhaltigen Ernährungspolitik des Landes dar.

Mehr saisonale Produkte regionaler Lebensmittelproduzenten, eine höhere Bio-Quote, mehr frische Zubereitung durch besser geschulte Mitarbeiter, insgesamt mehr Qualität auf dem Teller und weniger Essensabfälle, weniger Verpackungsmüll, weniger Pestizide, im Anbau und kürzere Transportwege – das sind die Stichworte, die für die neue Ernährungsstrategie der grün-schwarzen Landesregierung in den Kantinen stehen.

In der vergangenen Legislaturperiode stellte die Grüne Fraktion mit 500.000 Euro für das Pilotprojekt „Große Küche – Gutes Essen“ schon die Weichen für eine gesündere und nachhaltigere Verpflegung in Baden-Württembergs Kantinen. „Die Mitarbeiter waren begeistert, weil sie selbst etwas zubereiten konnten, die Kunden bekamen zusätzlich ein frisches, saisonales Angebot aus regionalen Produkten, es war gesünder und kaum teurer“, sagt Martin Grath, der Grüne Sprecher für Verbraucherschutz und Handwerkspolitik.

Aus den Erkenntnissen des Pilotprojektes wurde nun ein Projekt weiterentwickelt zur Zertifizierung von Kantinen und Gemeinschaftsverpflegungseinrichtungen und zur Qualifizierung der Mitarbeiter. 500.000 Euro stehen dabei in den kommenden beiden Jahren zur Verbesserung der Kantinenqualität zur Verfügung. Das Geld kommt aus Grünen Fraktionsmitteln und aus dem Etat des in Sachen Ernährungsstrategie federführenden Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministeriums (MLR). Neben 40 Landeskantinen – die Bewerbungsphase beginnt im Mai – können sich auch Rehakliniken, Schul- und Hochschulmensen sowie Seniorenheime und Kliniken um eine Förderung bewerben.

„Wenn Kantinen den Einsatz von Bio- und regionalen Lebensmitteln deutlich erhöhen und auch damit werben, entsteht eine Vertrauenskurve, die letztlich eine Überlebensstrategie für alle regionalen Versorger ist“, so der Heidenheimer Grünen-Landtagsabgeordnete Martin, der selbst Biobäcker ist und samstags noch selbst auf dem Heidenheimer Wochenmarkt backt und verkauft. „Qualität spielt für die Menschen eine immer größere Rolle“, betont Martin Grath, „und viele sind bereit, für bessere Qualität mehr zu bezahlen“.

Die teilnehmenden Kantinen werden dabei unterstützt, die regionalen Händlernetze überhaupt erst ausfindig zu machen und größere Mengen günstig einkaufen zu können, was speziell für kleinere Einrichtungen oft ein Problem ist. Dass es in Baden-Württemberg dringenden Handlungsbedarf gibt, stellte auch das Landwirtschaftsministerium fest. Eine nach einer Grünen-Anfrage erstellte Erhebung des Ministeriums zur Verpflegungssituation in den Kantinen, Mensen und Küchen des Landes ergab, dass 91 Prozent der abgefragten Einrichtungen gar keine Zertifizierung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) vorweisen können. In 88 Prozent der Einrichtungen wurden zudem überhaupt keine regionalen Produkte eingesetzt. „Wir wollen hier etwas ins Rollen bringen“, betont Grath.

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