Grüne Abgeordnete im Austausch mit Schäferei

Naturschutzpolitischer Sprecher der Grünen im Landtag, Dr. Markus Rösler und Martin Grath besuchen Schäferei Wiedenmann in Nattheim

Gemeinsam mit dem örtlichen Wahlkreisabgeordneten Martin Grath  reiste Markus Rösler aus Vaihingen/Enz nach Nattheim, um sich über die Situation der Wanderschäferei zu informieren. Die beiden Grünen Politiker besuchten die Schäferei Wiedenmann GbR und erfuhren, dass dem alteingesessenen Schäfereibetrieb, weniger der Wolf Sorgen bereitet, als der Kontakt mit der veränderten Umwelt.

Der Familienbetrieb beweidet und pflegt mit rund 1.000 Mutterschafen die Wacholderheiden von Nattheim, Fleinheim, Dischingen, Katzenstein, Heidenheim, Schnaitheim und Aufhausen. Auf den Flächen erleben die Geschäftsführerinnen Karin Wiedenmann-Riek und Tochter Kerstin Riek jeden Tag hautnah, welche Folgen der Strukturwandel, der Flächenfraß und die Intensivierung der Landwirtschaft gebracht haben. Wiedenmann-Riek zählt die Herausforderungen auf: Es fehlten ihren Merino-Schafen ausreichend Pferchflächen, Winterweiden gingen verloren. Der Berufsstand werde aussterben und so auch die Kulturlanschaft, der Lebensraum für seltene Pflanzen und Tierarten, sollten die jungen Schäfer keine Zukunft sehen und keine Wertschätzung von Gesellschaft und Politik erhalten.

Die Landtagsgrünen wollen den Berufsstand in der Region unterstützen, sodass die Schäferei in Zukunft wieder auskömmlich wird. „Die Arbeit der Schäferinnen und Schäfer ist bedeutsam für die naturverträgliche Nutzung von Grünland und Wacholderheiden“ betont Grath.

„Zudem sind die Schäferinnen und Schäfer wichtige Partner der Landschaftserhaltungsverbände. Ein derzeitiger Stundenlohn von etwa 6,50 Euro ist definitiv zu wenig Geld für die wertvolle Arbeit, mit der die Betriebe unsere Kulturlandschaft erhalten“, so der naturschutzpolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion. Beim emotional aufgeladenen Thema Wolf ist es Rösler wichtig, frühzeitig mit Fakten statt Falschnachrichten aufklären.

Der Besuch der beiden Landespolitiker kommt genau zur richtigen Zeit. Denn mit ihren Sorgen und Nöten ist die Schäferei Wiedenmann nicht allein. Im Landkreis Heidenheim gibt es knapp zwölf Berufsschäfer. In ganz Baden-Württemberg pflegen ca. 2.600 Schäfereibetriebe rund 60.000 Hektar Grünland.

 

Bildunterschrift: Unterstützung für einen außergewöhnlichen Beruf (v.li.): Landtagsabgeordneter Martin Grath, Vanessa Krismann vom LEV, Karin Wiedenmann-Riek, Naturschutzpolitischer Sprecher der Grünen Dr. Markus Rösler und Kerstin Riek.

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